Fahrzeugvorstellung: Sabines `86er Baja Bug

Der VW Käfer infizierte Sabine schon von klein auf, denn Puppen die waren ja was für „Mädchen“, nichts aber für sie. Stattdessen interessierte sie sich mehr für alles, was rollte: den Tretroller, das Fahrrädchen, die Rollschuhe, die Matchbox-Autos des älteren Bruders und dessen Carrera-Bahn. Und so wunderte sich niemand darüber, dass ihr erstes Auto der Iberischrote VW 1302er ihres Vaters wurde.

Man glaubt es kaum, aber den Wagen fährt sie heute noch, Jahrzehnte später. In all den Jahren gingen ein paar luftgekühlte Wolfsburger durch ihre Hände, doch die meisten blieben, wenn auch nur zu Dekoration. Selbst bei der Partnerwahl erwischte sie jemanden, den sie für das schöne, aber rostige Hobby begeistern konnte. Irgendwann kam es dann zu einer schicksalhaften Begegnung, die wieder ihren Jagdtrieb weckte. Denn da entdeckte sie ein ferngesteuertes Modell von Tamiya, einen weiß/blauen Baja Bug.

Der Ursprung dieser Baja Bugs geht auf das Ende der 60er Jahre zurück. In 1968 schuf ein gewisser Gary Emory der Firma Parts Obsolete die preisgünstigere Alternative zum Meyer Manx Buggy um ihn bei sogenannten Desert Races einzusetzen. Als Basis hierfür diente natürlich ein VW Käfer, der mit vielen Tuning- und GFK-Teilen ausgerüstet für den Einsatz in steinigem rauhen Gelände modifiziert wurde.

Dazu werden die originalen Motor- und Kofferaumhauben durch GFK-Teile ersetzt. Front und Heck werden eingekürzt. Der Motor bleibt unverkleidet, um der Kühlung für die gesteigerte Motorleistung Rechnung zu tragen. Als Schutz für Passagiere und Motor werden ein Stahlrohrkäfig und je ein Stoßfänger vorne und hinten angebracht. Kotflügel und Trittbretter werden durch GFK-Kotflügel und seitliche Verstärkungsrohre aus Stahl ersetzt. Eine robuste Drehstabfederung sorgt für mehr Bodenfreiheit und schafft Platz für große grobstollige Geländereifen.

Soviel zu der Geschichte der hier im Lande durchaus seltenen Baja Bugs, die sich durch die eng stehenden Scheinwerfer in der Front von Hazard Streakern unterscheiden. Doch kehren wir zurück, zu Sabine’s Baja. In 2019 fand Sabine – nach jahrelanger Suche – ein adäquates Exemplar. Da dem Vorbesitzer das Geld ausging war das Projekt, dass aus einem ausgemusterten Bundeswehr-Käfer bestand, seit langer Zeit erst halb fertig. Die Reifen waren noch die originalen „Trennscheiben“. Im Heck boxte der 34 PS-Moter des Spenderfahrzeugs. Schnell wurde man sich einig. Nachdem das Fahrzeug 2020 in der heimischen Garage stand begann die Optimierung.

Die ersten Änderungen bestanden in dem Tausch der „Trennscheiben“ in grobstollige 225er Reifen hinten. Vorne wurden 195er verbaut. Inzwischen wurde auch der Motor durch ein leistungsfähigeres Agregat getauscht, die dem Baja Vortrieb geben. Des Weiteren hielten ein EMPI-Auspuffknoten, H4-Scheinwerfer, Sidebars und nicht zuletzt ein VW-Fähnchen Einzug. Geplant ist aber mehr. Im Innenraum sollen zusätzliche Instrumente den Race-Charakter unterstützen. Gesucht wird noch eine sogenannte ‚Katzentreppe‘ (Aussenjalousie) für die große 85ger Heckscheibe eines Mexikaners. Vorderachse und Bodenplatte werden ggf. getauscht. Ein stärkerer Stoßfänger vorne und zusätzliche Scheinwerfer sind in Arbeit.

Front: Die eng zusammenliegenden Frontscheinwerfer sind das Hauptmerkmal des sogenannten Baja Bugs. Demnächst sollen noch ein paar Zusatzscheinwerfer montiert werden.

Exterieur: Die vorderen Kotflügel sind bei Sabines Baja aus Stahl und nicht aus GFK gefertigt.

Interieur: Bis auf das 34er Sportlenkrad verblieb der Innenraum bisher weitestgehend original. Geplant ist aber der Einbau einiger Zusatzinstrumente.

Felgen & Fahrwerk: Das Fahrwerk ist noch das Originale des Bundeswehrkäfers. Vorne finden 5,5Jx15 Felgen mit Reifen in der Dimension 195/65 R15 und hinten 8Jx15 mit 225/75 R15 Verwendung.

Hinten schützt ein stabiler Käfig aus Stahlrohr den ansonsten aus kühlungsgründen unverkleideten Motor.

Motor: Der Motor wurde kurz nach dem Kauf durch eine erstarkte 75PS Variante ersetzt.

Dieser kleine ferngesteuerte Geselle vom Hersteller Tamiya war Motivation und Vorbild für Sabines Baja.

Weiterführende Links zum Thema:
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Volksstyle-Base in Weeze am 14.08.16

4 Kommentare

  1. Ein Top Umbau so wie ihn wohl jeder „luftgekühlte“ Fan gerne in der Garage hätte. Was mir sofort aufgefallen ist, der richtige Schaltknauf fehlt noch, hier ein schwarzer „VollePulle“ Knauf mit eingefrästen Schaltschema aus dem Hause Fluxspeed „Made in Ostwestfalen“ würde perfekt passen.
    Viel Spaß noch mit dem Käfer, man sieht sich
    VG Paul

    1. Hallo Paul, danke für den Kommentar. Ich habe mir deine Anregung zu Herzen genommen und mir den Schaltknauf angesehen. Der hat was… Vielleicht findet ja Hannover statt?! Da würde ich sehr gerne hinknattern. Wenn dich dein Weg auch dahin führt, könntest du mir so ein Teil mitbringen. Schöne Grüße nach Good old O(h)W(eh)L von der ‚Bine Baja‘

  2. Ich mag zwar eher originale Käfer aber ich finde es toll das auch Umbauten geliebt werden.
    Daher wünsche ich immer eine Unfallfreie fahrt.
    Vor allem für den Iberischroten 1302, meiner wurde leider auf einem Parkplatz platt gefahren.
    Standen bei Mo letztes Jahr nebeneinander, allerdings waren wir mit dem alten Bulli da.
    Alles gute vom Käferliebhaber …5 sind noch da.
    Krabbelige Grüße
    Wilhelm

  3. Hallo Wilhelm,
    danke für Deinen Kommentar. Leider kann ich mich nicht an Dich/den alten Bulli erinnern. Sorry!
    Man trifft dort immer so viele nette Leute und kann so viele schöne Benzingespräche führen… 😉

    Ja, man, dass ist ja übel, mit Deinem 1302er! Lebt der Verursacher noch? 😉

    Mein Herz schlägt – wie man unschwer erkennen kann – luftgekühlt!
    Normalerweise stehen bei mir/uns nur Originale herum. Mit dem Baja habe ich mir einen Traum erfüllt. Der darf/musste ‚raushauen‘.
    2020 war das Fernsehen bei mir/uns.
    Wenn du magst schau doch mal unter ‚VW-Kaefer-Liebe in Kamp-Lintfort’…

    Liebe luftgekühlte Grüße! 🙂

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